Workshop Labor-Selbstverständnis II

Aus LaborWiki
Version vom 13. Februar 2020, 19:06 Uhr von Mythozz (Diskussion | Beiträge) (Status aktueller Diskussionsstand (aus Teil 1))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Workshop Labor-Selbstverständnis II
Akteur
Akteur Email
Akteur URL
Beginn 2020/03/29 13:00:00
Ende 2020/03/29 18:00:00
Ort LABOR e.V., Alleestr. 50, 44793 Bochum
Verantwortlich Mythozz
Publikum Alle Laborant*innen
Schlagworte
Art workshop
Rahmenveranstaltung
Export iCalendar-Datei
Kurzbeschreibung:


  • Allgemeine Wertediskussion. Es soll definiert werden, was die offiziellen Werte sind, die das Labor vertritt.
  • Nicht jede Person traut sich Probleme anzusprechen
  • Es soll eine Methode geschaffen werden wie Personen Probleme mit einer vertrauenswürdigen Person ansprechen können, wenn sie sich nicht trauen dies in der offenen Runde zu tun.

Ist dabei

  • Mythozz
  • gum
  • aRkedos
  • badgateway

Kann leider nicht kommen

Noch unklar, aber Termin bekannt

Status aktueller Diskussionsstand (aus Teil 1)

  • Wir haben viele aber noch keine konkreten abschließenden Ergebnisse, weil komplex, so dass wir uns weiterhin in der Diskussion befinden um dann bei Folgetreffen konkrete Ergebnisse formulieren und dann im Anschluss präsentieren können. Wir sind aktuell noch in Diskussion.
  • Soziale Probleme lassen sich nicht durch technische Dinge lösen.
  • Wir agieren präventiv und möchten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Workshop-Input (aus Teil 1)

Trage hier, wenn du magst, schon vorab deine Vorstellungen, Ideen, Schwerpunkte, Kritik und Befürchtungen ein. Dies auch ein Angebot für die Laborant*innen, die leider terminlich verhindert sind, sich aber gerne inhaltlich einbringen möchten.

  • Beitrag von lambda:

"Hallo Laboranten,

ich kann an dem Termin nicht teilnehmen. Darum werde ich jetzt hier meinen Beitrag leisten. Ich bitte darum, diesen Beitrag bei dem Workshop zu verlesen und mit zu diskutieren:

Zur allgemeinen Wertediskussion:

Ich finde nicht, dass eine solche Diskussion inhaltlich zum Labor passt. Es werden hier persönliche Probleme in das Labor getragen, die eine grosse Sprengkraft haben. Mit den Satzungszielen hat dieser Workshop soweit ich erkennen kann nichts zu tun. Meines Wissens hat dieser Workshop auch nichts mit möglichen Beanstandungen von im Labor durchgeführten Projekten zu tun. Meines Erachtens hat er auch nichts mit möglichen Beanstandungen von fortgesetztem, böswilligen Verhalten von Mitgliedern oder Besuchern zu tun.

Hier sollen anscheinend persönliche Empfindsamkeiten Einzelner, die sich diffus gegen eine ganze Gruppe richten, in die so schon sehr fragile Organisationsstruktur des Labors getragen werden. Dies wird, zumindest mit Rückblick auf frühere Erfahrungen im Labor, für die Mitglieder eine grosse Belastung sein.

Entgegen der Wahrnehmung derjenigen, die sich einen breiteren Konsens über "die Werte im Labor" wünschen, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass das Labor jetzt schon eine sehr homogene Teilmenge der Gesellschaft ist. Die Mitglieder im Labor zeigen m.M.n. alle ohne Ausnahme eine sehr hohe Toleranz und Respekt voreinander. Einzelne Mitglieder im Labor sind sehr bemüht, ganz besonders edle Menschen zu sein, aber das kann nicht der Massstab für alle sein. Jeder sollte auch über kleine Schwächen anderer hinwegsehen können. Toleranz ist wichtig, damit man gemeinsam an einem Ziel arbeiten kann.

Zur Methode, wie Personen mit einer vertrauenswürdigen Person sprechen können:

Ich begrüsse solche Bemühungen. Niemand soll ungehört bleiben, weil sie sich nicht trauen, eventuelle Probleme in der offenen Runde anzusprechen. Eine Vertrauensperson sollte benannt werden, und es sollte eine anonyme Anlaufstelle geben (Kummerkasten, Email-Addresse), deren Eingaben beim Bootstrap verlesen und diskutiert werden.

VG"

  • Wichtiger als einen Workshop, um gemeinsame Regeln aufzustellen, fände ich es, daran zu arbeiten, unsere Bedürfnisse einander wertschätzend(er) mitzuteilen. Ich glaube, dass gegenseitige Verletzungen oft eigentlich weniger an Sachthemen liegen, als an der Kommunikation darüber. Daher fände ich einen Workshop zu gewaltfreier Kommunikation oder so etwas mal ganz gut. -- Ilaqa
  • Beitrag von dej:

Kritische Rezeption der Diskussion rund um #34c3/CoC-freie-Räume

Da ich noch nie auf einem Congress dabei war, die Berichterstattung aber immer mitverfolge, schlage ich euch vor, dass wir uns zusammen noch mal ein paar Texte durchlesen, damit wir nicht ganz von null starten müssen. Ich mache mich dabei explizit weder mit der "Geheimorganisation" noch mit der Wauland-Assembly gemein.

Aber ich finde es schon eine Leistung, dass sich "CoC-Gegner" und "CoC-Befürworter" auf einen Kompromiss einigen konnten.

Es gab auch von offizieller CCC-Seite ein Statement das ich hier gerne mal auszugsweise zitiere:

"Der Chaos Computer Club ist nach seiner Satzung und nach dem Willen der Mitglieder eine galaktische Gemeinschaft für alle Lebensformen. Wir wollen keine Diskriminierung, keine Intoleranz und damit auch keine Rassisten oder Sexisten. Wer sich diesen Prinzipien nicht verpflichtet fühlt, hat bei uns nichts zu suchen. Dies kann jeder auch schriftlich nachlesen. Wir bauen unseren kommerzfreien, offenen, und ja!, altruistischen Denkraum zum Mitmachen und zum Forschen an den Abgründen der Technik nicht dafür, um ihn mit rassistischen oder gewaltgeneigten Hohlbirnen zu teilen."

Außerdem schwirrten auf dem #34c3 auch noch diese Statements herum, zu denen es leider keine ordentliche Quellenangabe gibt, weshalb ich auf den Herrn Pritlove verlinken muss.

Auch hier mal nur ein Ausschnitt:

"Du hast das Recht, NEIN zu sagen und dich zu wehren, wenn jemand deine Grenzen überschreitet, deine Gefühle oder die von jemand anderen verletzt! Du kannst NEIN sagen mit Blicken, Worten oder durch deine Körperhaltung. Auch, wenn du schon einmal JA gesagt hast."

Ihr werdet sicher merken, dass beide Texte tatsächlich eher so etwas wie ein Selbstverständnis sind bzw. eine Art Erinnerung an die eigenen "Rechte" innerhalb einer Gemeinschaft, und keineswegs ein vollständiger Code of Conduct (CoC). Auch wenn es in der ursprünglichen Diskussion rund um den #34c3 um einen (wie auch immer definierten) CoC ging.

Meine Hoffnung ist, dass, wenn selbst eine große Organisation wie der CCC es schafft, sich auf einige Werte zu einigen, dies unser kleiner Hackerspace auch schafft.

Vielen Dank!

  • Beitrag von Kiraz:
    • Zu "Werte des Labors": Diese und ähnliche Diskussionen gab es schon viele Male und in diesem Rahmen auch die Frage inwiefern sich das Labor politisch orientieren will oder auch nicht will. Aus meiner Sicht ist das Labor ein Technikverein und sollte daher auch weiterhin offen für alle technikinteressierten Personen sein, unabhängig von ihrer politischen Einstellung. Ich wünsche mir vielmehr die aktive Förderung einer echten demokratischen Diskussionskultur auf Basis sachlicher Argumente, insbesondere auch zwischen Menschen mit divergierender Meinung. Niemand muss die Meinung eines anderen teilen, aber jeder sollte genug inneres Standing haben, um andere Meinungen / Verhaltensweisen auch ertragen (tolerieren) zu können.
    • Zu "Vertrauensperson": Die Einrichtung einer "übergeordneten Problemlösungsinstanz" ist meiner Ansicht nur für unmündige Personen notwendig. Bei Kindern kann ich verstehen, dass dies notwendig sein kann, weil diese erst noch Fähigkeiten wie direkte Ansprache und Kritikfähigkeit erlernen müssen. Erwachsene Menschen hingegen sollten keine "Mami und Papi" Instanz mehr brauchen, bei der sie sich (evtl. sogar anonym) über Dritte beschweren können und die dann (evtl. sogar strafend) an die andere Person herantritt. Besser wäre es meiner Ansicht nach, Kommunikationsfähigkeiten und Empathie (sich in den anderen hineinversetzen, auf Seiten des Senders und des Empfängers) zu vermitteln. Sozialer Umgang erfordert gewisse Qualifikationen, die aber nicht erlernt werden können, wenn immer jemand anders für einen alles regelt. So muss ein auf Seiten des Empfängers "gefühlter Angriff" noch lange kein "tatsächlicher Angriff" von Seiten des Senders sein. Hier sollte auch der sensibelste Mensch kurz reflektieren, ob ein "internes Problem" vorliegt und hier eine Externalisierung eigener Probleme oder Projektionen erfolgt, oder ob eine Aussage / ein Verhalten wirklich als Angriff gegenüber der eigenen Person gemeint war. Dasselbe gilt für den Sender, der sich natürlich ebenfalls überlegen sollte, wie das eigene Verhalten auf der anderen Seite aufgenommen werden könnte. Gewisse Aussagen oder Verhaltensweisen generell zu tabuisieren wirkt auf mich wie der Versuch, die Angst davor, mit etwas konfrontiert zu werden mit dem man nicht umgehen kann, zu unterdrücken. Es wird aus den Augen verloren, dass jede unangenehme Situation auch die Möglichkeit bietet, an dieser zu wachsen und neue Verhaltensweisen auszuprobieren.
  • Beitrag Laborant:

Zuerst verstehe ich tatsächlich das ganze "Problem" nicht und bringe mich daher auch nur sehr Wiederwillig ein. Ausführlicher und Themenspeziefischer könnte man sagen, das Problem um welches es hier geht, habe ich im Labor bisher nicht in einem übermaß beobachtet als ich es aus anderen Umfeldern kenne, eher sogar deutlich besser. Damit meine ich sehr Gender-bewusst (wie schreibt man das?) und das ganze dings und bumbs...

Ein ganz konkretes Beispiel wie unscheiße ich das hier wahrgenommen habe, ist der Umgang mit Homosexualität. Das war für mich (positiev gemeint) ein ziemlicher Kulturschok wie offen die menschen hier damit umgehen und es anscheinend auch können!!(habe ich so nie kennengelernt).

Bemerkung allgemein zum Chaosumfeld: In den letzten jahren, seit dem ich also in dem Chaosumfeld mich stärker bifinde als jeh zufor, habe ich zwar nur ganz leicht an der Oberfläche kratzen können, doch ist es mir doch schon sehr aufgefallen hier die absolut unterschiedlichsten Typen von Personen antreffen zu können. Das heißt wirklich so ungefähr alle erdenklichen Richtungen\{nazis, sexisten, ...} (ohne nazis, sexisten usw... )(lerne grad mathe). Was ich damit sagen will: es ist sehr normal hier mit den ein oder anderen Personen eine sehr lange "eingewöhnungsphase" zu durchleben, und das ist eben wie es ist.

Eben noch kurz etwas zum Thema Täter-Opfer: wenn ich das richtig verstanden habe ist das Opfer die Person welche sich nicht traut was zu sagen. Dann gilt das auch für all die welche sich zu unrächt als "sexisten" oder derartiges beschimpfen lassen, weil sie kein Bock auf ewige Diskusionen haben ;).

Finde die Idee mit dem Kummerkasten und der Kummermail super! Seit dem wir alle hacker sind und ja jeder auch die absender E-Mail Adresse ändern kann ist es ja auch problemlos eine Anonyme Email zu schreiben. Ok wer das nicht kann kann immer noch eine 10min email zum schreiben verwenden ;)